
Ein historisches Urteil hat entschieden, dass Tesla 234 Millionen US-Dollar an die Familien der Opfer eines tödlichen Unfalls mit dem Autopilot-System des Unternehmens zahlen muss.
Laut dem Bericht der Website Electrek ereignete sich der Vorfall im Jahr 2019, als George McGee mit seinem Tesla Model S durch Key Largo, Florida (USA), fuhr. McGees Handy war auf den Boden gefallen, weshalb er den Autopilot-Modus aktivierte, um sich nach unten zu beugen und das Telefon aufzuheben.
McGees Tesla fuhr etwa 100 km/h, als das Fahrzeug eine rote Ampel überfuhr und frontal in einen geparkten Chevrolet Tahoe prallte. Bei dem Unfall kam die 22-jährige Naibel Benavides Leon ums Leben, und ihr Freund Dillon Angulo, damals 26 Jahre alt, wurde schwer verletzt.
Im August 2025 befand eine Bundesjury in Miami Tesla für den Unfall haftbar und wies dem Automobilhersteller 33 % der Schuld zu. Die Jury sprach 43 Millionen US-Dollar an Schadensersatz sowie weitere 200 Millionen US-Dollar an Strafschadensersatz zu.
Es war der erste bedeutende Sieg eines Klägers gegen Tesla in einem Fall von widerrechtlicher Tötung im Zusammenhang mit dem Autopilot-System des Unternehmens. Bemerkenswert ist, dass Tesla vor dem Prozess ein Vergleichsangebot in Höhe von 60 Millionen US-Dollar abgelehnt hatte – eine Entscheidung, die das Unternehmen teuer zu stehen kam.
Dennoch versuchte Tesla, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Im August 2025 reichten die Anwälte des Unternehmens einen 71-seitigen Antrag ein, in dem sie das Gericht aufforderten, das Urteil aufzuheben oder einen neuen Prozess anzuordnen.
Das Unternehmen argumentierte, das Urteil „verstoße gegen das grundlegende Haftungsrecht Floridas, die Due-Process-Klausel und den gesunden Menschenverstand“. Zudem erklärte Tesla, dass Verweise auf Aussagen des Unternehmenschefs Elon Musk über den Autopiloten während des Prozesses die Jury in die Irre geführt hätten.
Die US-Bezirksrichterin Beth Bloom zeigte sich jedoch nicht überzeugt. In ihrer Entscheidung stellte sie fest, dass Tesla keine neuen Argumente vorgebracht habe, die eine Aufhebung des Juryurteils rechtfertigen würden. Dennoch kündigte Tesla an, das Urteil vor einem höheren Gericht anzufechten.
Das Unternehmen verwies außerdem auf eine vorprozessuale Vereinbarung, wonach der Strafschadensersatz auf das Dreifache des kompensatorischen Schadensersatzes begrenzt sein solle, was die endgültige Zahlung reduzieren könnte. Selbst unter dieser Auslegung müsste Tesla jedoch weiterhin eine Entschädigung in dreistelliger Millionenhöhe zahlen.
„Teslas Argumente waren lediglich ein Versuch, die vorprozessualen Entscheidungen des Gerichts erneut zu verhandeln. Wir freuen uns darauf, unsere Arbeit fortzusetzen, um Tesla für seine Lügen und sein schwerwiegendes Fehlverhalten vor Gerichten in ganz Amerika zur Verantwortung zu ziehen“, erklärte der Anwalt der Opfer, Brett Schreiber, in einer Stellungnahme gegenüber Electrek.
Foto: Unsplash. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und vom Redaktionsteam überprüft.
