
Litauen hat beschlossen, die Anschaffung neuer militärischer Transportflugzeuge zu verschieben und stattdessen seine C-27J Spartan zu modernisieren, um diese mindestens bis 2036 einsatzbereit zu halten.
Die Entscheidung wurde am 27. Januar 2026 während einer Sitzung des Staatlichen Verteidigungsrats getroffen und hebt die 2025 angekündigten Pläne zum Kauf von drei Embraer C-390 Millennium-Flugzeugen auf.
Laut litauischen Behörden wird die Änderung durch pragmatische Faktoren motiviert, vor allem durch Haushaltsdruck und die Neudefinition strategischer Prioritäten. Der unmittelbare Fokus der Regierung liegt auf der Stärkung der Luftverteidigung, der Einrichtung einer neuen Heerdivision und dem Ausbau der militärischen Infrastruktur – Bereiche, die als entscheidend für die Abschreckung an der östlichen Flanke der NATO gelten.
Der Erwerb von drei C-390 wurde auf 700 bis 800 Millionen Euro geschätzt, ein Betrag, der für das Verteidigungsbudget eines kleinen baltischen Landes als hoch gilt. Mit der Verschiebung werden diese Mittel auf als dringlicher erachtete Projekte umgeleitet. Eine umfassende Modernisierung der C-27J, die auf etwa 150 Millionen Euro geschätzt wird, würde hingegen die Lebensdauer der derzeitigen Flugzeuge um mehr als ein Jahrzehnt verlängern.

Die litauischen C-27J Spartan, seit 2006–2009 im Dienst, sehen sich steigenden Wartungskosten gegenüber, teilweise aufgrund der reduzierten Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Militärische Behörden erkennen an, dass die Modernisierung die strukturellen Probleme des Modells nicht beseitigen wird, halten die Maßnahme jedoch für notwendig, um eine Lücke in der Lufttransportfähigkeit bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts zu vermeiden.
Sollte ein Modernisierungsvertrag mit Leonardo abgeschlossen werden, würden Verhandlungen mit Embraer über den Kauf der C-390 erst nach 2030 wieder aufgenommen, in einem anderen finanziellen und strategischen Kontext. Sollte der Kauf der C-390 in der Zukunft erfolgen, könnten die Kosten etwa 750 Millionen Euro betragen, ein Betrag, der vorerst in die Infrastrukturentwicklung und den Ausbau des integrierten Luftverteidigungssystems umgeleitet wurde.
Der Prozess war auch von internen Kontroversen geprägt. Die nicht-wettbewerbliche Vergabe des Embraer-Angebots löste Fragen aus und führte zu einer Untersuchung durch die litauischen Antikorruptionsbehörden. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, dass die bisher gesammelten Informationen keinen Gesetzesverstoß erkennen lassen.
Das litauische Verteidigungsministerium hatte im Juni 2025 die Absicht angekündigt, drei C-390 Millennium zu erwerben, nachdem Alternativen wie die Airbus C-295MW und die Lockheed Martin C-130J-30 Super Hercules geprüft worden waren. Bisher hat Embraer 14 C-390-Flugzeuge an Brasilien, Portugal und Ungarn geliefert, die zusammen rund 20.000 Flugstunden absolviert haben, bei einer Gesamtbestellung von 46 Flugzeugen.
Litauische Behörden weisen darauf hin, dass das Thema der endgültigen Ablösung der C-27J voraussichtlich nach 2030 wieder auf die Agenda kommen wird, wenn das Land über größere finanzielle Spielräume und ein stabileres strategisches Umfeld für eine langfristige Entscheidung verfügt.
Quelle und Bilder: Defence Industry EU | Embraer | Wikimedia. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und vom Redaktionsteam geprüft.
