
Entscheidung ist eine Reaktion auf US-Zölle und verschärft Unsicherheiten in der Luftfahrtbranche; Aktien des Herstellers fallen um fast 5 %
Die chinesische Regierung hat angeordnet, dass Fluggesellschaften im Land keine neuen Flugzeuge des US-amerikanischen Herstellers Boeing mehr bestellen dürfen. Die Maßnahme ist laut von Bloomberg zitierten Quellen Teil der Reaktion Pekings auf die von Präsident Donald Trump verhängten höheren Handelszölle.
Neben den Jets betrifft das Verbot auch den Erwerb von Ersatzteilen und Ausrüstung von US-Unternehmen. Die Entscheidung wurde unmittelbar nach der Ankündigung chinesischer Zölle von bis zu 125 % auf US-Produkte getroffen – als Vergeltung für neue US-Zölle, die sich nun auf insgesamt 145 % belaufen.
Die Zölle machen den Kauf von in den USA hergestellten Flugzeugen und Komponenten unrentabel und dürften Boeing-Geschäfte mit Fluggesellschaften wie China Southern Airlines, Air China und Xiamen Airlines direkt beeinträchtigen. Rund zehn Boeing 737 Max waren kurz davor, in die Flotten dieser Unternehmen aufgenommen zu werden.
Die Nachricht ließ die Boeing-Aktien im vorbörslichen Handel um bis zu 4,6 % fallen, was einem Jahresverlust von 10 % entspricht. Der Hersteller kämpft weiterhin mit den Folgen der Produktionspause des 737 Max, Handelskonflikten mit den Regierungen Trump und Biden sowie internen Problemen wie dem kürzlichen Vorfall mit einer sich in der Luft gelösten Türverkleidung.
Quellen berichten, dass die chinesische Regierung darüber nachdenkt, Fluggesellschaften, die Boeing-Jets im Leasing betreiben, angesichts der gestiegenen Kosten finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig könnten einige Lieferungen in bestimmten Fällen dennoch erfolgen, je nach Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung.
Der Konflikt zeigt, dass China trotz seiner wachsenden Investitionen in das inländische Modell Comac C919 und der Partnerschaft mit dem europäischen Airbus weiterhin auf US-Hersteller angewiesen ist, um seine Luftfahrtbedürfnisse zu decken. Boeing wiederum sieht, wie sich einer der größten Luftfahrtmärkte der Welt in einem Moment der Erholung von ihr entfernt.
Laut Bloomberg haben Fluggesellschaften wie Juneyao Airlines bereits geplante Auslieferungen verschoben, und Boeing verfügt weiterhin über Dutzende gelagerte Flugzeuge, die ursprünglich für den chinesischen Markt bestimmt waren.
Mit den seit dem 12. April geltenden neuen Zöllen verschärft sich die Eskalation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt und setzt die ohnehin schon durch logistische Krisen und langsame Erholung nach der Pandemie geschwächte globale Luftfahrtbranche zusätzlich unter Druck.
Quelle und Bilder: O Globo / Bloomberg. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und von der Redaktion überprüft.
