
Saronic Technologies hat den Hafen von Brownsville im US-Bundesstaat Texas als Standort für Port Alpha ausgewählt, eine neue Werft für den Bau kommerzieller und militärischer Schiffe mit unterschiedlichen Automatisierungsgraden.
Das Projekt sieht eine geschätzte Investition von 3,2 Milliarden US-Dollar vor und wird zunächst eine Fläche von 835 Acres beziehungsweise rund 338 Hektar im Cameron County einnehmen. Der Bau soll noch 2026 beginnen, während die erste Industrieanlage voraussichtlich 2028 für den Produktionsstart bereit sein wird.
Nach Angaben von Saronic-CEO Dino Mavrookas könnte der Komplex in den kommenden zehn Jahren bis zu 10.000 Arbeitsplätze schaffen. Diese Prognose hängt jedoch von der Umsetzung der verschiedenen Projektphasen und der schrittweisen Erweiterung der Produktionskapazität ab.
Werft kann Schiffe mit einer Länge von bis zu 259 Metern bauen
In der ersten Phase soll Port Alpha in der Lage sein, Schiffe mit einer Länge von bis zu 850 Fuß beziehungsweise rund 259 Metern zu bauen. Diese Größe entspricht annähernd der großer Militärschiffe, etwa der amphibischen Angriffsschiffe der Wasp-Klasse, die von der US Navy eingesetzt werden.
Saronic hat noch nicht bekannt gegeben, welche konkreten Schiffsklassen in Texas produziert werden sollen. Von dem Unternehmen veröffentlichte Konzeptbilder zeigen große Schiffe, die auf einem weitläufigen Gelände in Wassernähe montiert werden.
Eine der Zeichnungen zeigt ein Schiff mit ähnlichen Abmessungen wie die San-Antonio-Klasse sowie mit einem Bugwulst und einem modularen Bereich mittschiffs. Da es sich um eine künstlerische Darstellung handelt, sollte der Entwurf nicht als endgültige Konfiguration eines zukünftigen Schiffes betrachtet werden.
Das ausgewählte Gelände befindet sich im Hafen von Brownsville, wo bereits ein bedeutender Teil der US-amerikanischen Industrie für die Demontage und Wiederverwertung von Schiffen angesiedelt ist. Der Zugang zum Meer, die bestehende Hafeninfrastruktur und die verfügbaren Erweiterungsflächen waren wichtige Faktoren bei der Standortwahl.
Gelände könnte auf 4.000 Acres anwachsen
Laut Mavrookas könnte das Projekt in Zukunft auf eine Fläche von bis zu 4.000 Acres beziehungsweise rund 1.619 Hektar erweitert werden. Sollte diese Erweiterung vollständig umgesetzt werden, könnte der Komplex zur größten Werft der Vereinigten Staaten und zu einer der größten weltweit werden.
Derzeit stellt diese Größenordnung jedoch nur eine langfristige Möglichkeit dar. Die erste Phase bleibt auf die für den Betriebsbeginn vorgesehenen 835 Acres konzentriert.
Die Ankündigung erfolgte, nachdem die Verantwortlichen des Cameron County eine Steuervergünstigung von 95 Prozent für das Projekt genehmigt hatten, die voraussichtlich 19 Jahre gelten soll. Der Anreiz steht im Zusammenhang mit der geschätzten Investition von 3,2 Milliarden US-Dollar und den Erwartungen hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.
Schiffe könnten schrittweise autonome Funktionen erhalten
Saronics Vorhaben besteht nicht nur darin, die derzeit in den Vereinigten Staaten gebauten Schiffstypen nachzubauen. Das Unternehmen will digitale Systeme, modulare Architektur und autonome Navigationstechnologien in seine neuen Entwürfe integrieren.
Das bedeutet nicht, dass alle Schiffe die Werft vollständig unbemannt verlassen werden. Nach Angaben des Unternehmenschefs könnten die ersten Schiffe weiterhin Besatzungen an Bord haben, während zusätzliche Automatisierungsfunktionen schrittweise integriert werden.
Diese Strategie könnte die Beteiligung von Menschen an sich wiederholenden und logistischen Aufgaben oder an Einsätzen in Umgebungen mit erhöhtem Risiko verringern. Ein vollständig autonomer Betrieb wird von der technologischen Entwicklung, den Anforderungen der jeweiligen Kunden und den behördlichen Genehmigungen abhängen.
Port Alpha wird Saronics dritte Anlage
Die Werft in Brownsville wird die dritte große Industrieanlage des Unternehmens. Saronic betreibt bereits eine Fabrik in Zentraltexas, die kleinere autonome Wasserfahrzeuge wie die 25 Fuß beziehungsweise rund 7,6 Meter lange Corsair produziert.

Das Unternehmen hat außerdem die ehemalige Gulf-Craft-Werft in Franklin im Bundesstaat Louisiana übernommen. Die Anlage wird für den Bau der Marauder genutzt, eines mittelgroßen autonomen Überwasserfahrzeugs, das für kommerzielle, logistische und militärische Missionen entwickelt wurde.
Die Marauder ist 180 Fuß beziehungsweise rund 55 Meter lang und wurde von Anfang an für den Betrieb mit autonomen Systemen konzipiert. Nach Angaben von Saronic kann das Schiff bis zu 150 Tonnen Ladung in standardisierten Containern transportieren.
Das Modell soll außerdem eine Reichweite von bis zu 5.400 Seemeilen beziehungsweise rund 10.000 Kilometern und eine Reisegeschwindigkeit von mehr als 25 Knoten erreichen, was über 46 km/h entspricht. Diese Angaben müssen im Rahmen der verschiedenen Test- und Validierungsphasen auf See noch bestätigt werden.
+ Sehen Sie sich das Video der Marauder während der Seeerprobung an

Unternehmen baut seine Präsenz im US-amerikanischen Marinesektor aus
Saronic begann als durch Risikokapital finanzierte Firma und konzentrierte sich zunächst auf kleine autonome Wasserfahrzeuge. Seitdem bewirbt sich das Unternehmen um größere Aufträge und erweitert seine Präsenz auf dem Verteidigungsmarkt.
Laut USNI News hat die US Navy bereits kleine Wasserfahrzeuge des Unternehmens im Wert von rund 350 Millionen US-Dollar erworben. Saronic hat außerdem einen Entwurf für das US-amerikanische Programm für mittelgroße unbemannte Überwasserfahrzeuge eingereicht.
Die Publikation berichtete zudem, dass drei Corsair-Fahrzeuge kürzlich an einem Einsatz gegen iranische Marineeinrichtungen in Bandar Abbas beteiligt gewesen sein sollen. Detaillierte operative Informationen über den Einsatz der Fahrzeuge wurden von dem Unternehmen nicht veröffentlicht.
Der Bau von Port Alpha zeigt, wie Saronic von kleinen autonomen Plattformen zur Produktion großer Schiffe übergehen will. Der Erfolg des Projekts wird jedoch davon abhängen, ob der Zeitplan eingehalten, die erforderlichen Genehmigungen erteilt, qualifizierte Arbeitskräfte eingestellt und autonome Prototypen in eine groß angelegte Schiffbau-Produktionslinie überführt werden können.
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Quelle und Bilder: USNI News und Saronic Technologies. Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und von der Redaktion geprüft
