
Ein pakistanischer J-10CE-Jäger soll vermutlich ein indisches Rafale-Flugzeug aus einer Entfernung von etwa 200 Kilometern mit einer Luft-Luft-Rakete des Typs PL-15 abgeschossen haben.
Diese Einschätzung geht aus einer Studie des Royal United Services Institute for Defence and Security Studies (RUSI) hervor, die auf Aussagen von Vertretern der pakistanischen Regierung basiert.
Dem Bericht zufolge boten die Luftgefechte zwischen pakistanischen und indischen Streitkräften während der Operation Sindor im Mai 2025 einen relevanten — wenn auch noch unvollständigen — Einblick in die Kampffähigkeiten von Flugzeugen und Raketen der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Vergleich zu westlichen und russischen Plattformen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass während einer Reihe von Langstrecken-Gefechten mindestens eine Rafale der Indischen Luftwaffe abgeschossen worden sei. Darüber hinaus soll auch ein Su-30MKI-Jäger zerstört worden sein; zudem gibt es Hinweise darauf, dass zwei oder drei weitere indische Flugzeuge getroffen worden sein könnten.
Nach Angaben des RUSI gilt die Zerstörung eines Luftziels in einer Entfernung von rund 200 Kilometern im Luftkampf als äußerst selten. Die effektive Reichweite einer Luft-Luft-Rakete hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Geschwindigkeit und Flughöhe des startenden Flugzeugs, die Bewegungsparameter des Ziels sowie die Geometrie des Gefechts.
Obwohl die offiziell angegebene Reichweite der Exportversion PL-15E bei etwa 145 Kilometern liegt, deuten die ausgewerteten Daten darauf hin, dass die Treffer in deutlich größerer Entfernung erfolgt sein könnten. Diese Diskrepanz könnte darauf hindeuten, dass Pakistan eine nicht für den Export bestimmte Version der PL-15 eingesetzt hat, deren angegebene Reichweite zwischen 200 und 300 Kilometern liegt.

Pakistanische Fachpublikationen hatten bereits berichtet, dass China etwa eine Woche vor Beginn der Feindseligkeiten eine Lieferung von Raketen an das Land übergeben habe, die direkt aus den Beständen der eigenen Streitkräfte stammten und nicht den für Exporte geltenden Beschränkungen unterlagen.
Die PL-15 wurde ursprünglich zur Bewaffnung des chinesischen Stealth-Jägers J-20 entwickelt, was das kompaktere Design ihrer Verkleidung zur Unterbringung in internen Waffenschächten beeinflusste. Die Rakete verfügt über ein aktives Radarleitsystem sowie über eine bidirektionale Datenverbindung, die sowohl Kursaktualisierungen vom startenden Flugzeug als auch die Übermittlung von Telemetriedaten während des Flugs ermöglicht.
Ihre erweiterte Reichweite wird durch einen Feststoffraketenmotor mit Doppelimpuls erreicht, der darauf ausgelegt ist, in der Endphase der Flugbahn eine hohe kinetische Energie aufrechtzuerhalten und so die Trefferwahrscheinlichkeit gegen manövrierende Ziele auf große Entfernungen zu erhöhen.
Quelle: Royal United Services Institute for Defence and Security Studies (RUSI). Dieser Inhalt wurde mit Unterstützung von KI erstellt und vom Redaktionsteam überprüft.
