
Die ukrainischen Seestreitkräfte erklärten, sie hätten den Tanker MARQUISE, ein unter internationalen Sanktionen stehendes Schiff, bei einer am Morgen durchgeführten Operation im Schwarzen Meer getroffen.
Nach den veröffentlichten Informationen wurde die Aktion von einer Einheit der Seestreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine durchgeführt, die zwei MBEK-Kamikaze-Boote — unbemannte Angriffsboote — gegen den Tanker einsetzte.
Zum Zeitpunkt der Operation soll die MARQUISE etwa 210 Kilometer südöstlich von Tuapse, einer Hafenstadt in Russland, auf Drift gewesen sein und kein AIS-Signal gesendet haben. Nach ukrainischer Darstellung wartete das Schiff vermutlich darauf, auf See von einem anderen Schiff beladen zu werden.
AIS, die englische Abkürzung für Automatic Identification System, ist das automatische Identifikationssystem, das in der Seeschifffahrt verwendet wird, um Daten wie Schiffsidentifikation, Abmessungen, Route, Geschwindigkeit und Position zu übermitteln.
Angriff traf Antriebsbereich und Maschinenraum
Ebenfalls laut dem Bericht traf der Angriff den hinteren Teil des Schiffes, im Bereich der Schraubengruppe und des Maschinenraums. Dieser Bereich gilt als entscheidend für die Navigationsfähigkeit des Schiffes, da dort wesentliche Komponenten für Antrieb und Betrieb konzentriert sind.
Das Ausmaß der Schäden am Tanker wird noch bewertet.
Die MARQUISE fährt unter der Flagge Kameruns und war nach den veröffentlichten Informationen zum Zeitpunkt des Angriffs unbeladen. Das Schiff soll über eine Tragfähigkeit von mehr als 37.000 Tonnen verfügen.

Schiff steht unter internationalen Sanktionen
Der Tanker MARQUISE unterliegt Sanktionen, die von der Ukraine, dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union, der Schweiz, Neuseeland und Kanada verhängt wurden. Kiew behauptet, das Schiff sei für den illegalen Transport von Erdölprodukten genutzt worden.
Die Operation erfolgt vor dem Hintergrund ausgeweiteter ukrainischer Aktionen gegen maritime Vermögenswerte, die mit der russischen Energielogistik in Verbindung stehen, insbesondere gegen Schiffe, die verdächtigt werden, trotz internationaler Beschränkungen auf Exportrouten für Öl und Erdölprodukte aktiv zu sein.
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