
Die Rheinmetall AG, ein in Düsseldorf ansässiger deutscher Technologiekonzern im Bereich Verteidigung, hat eine strategische Vereinbarung mit der Lürssen-Gruppe über die Übernahme der Naval Vessels Lürssen (NVL B.V. & Co. KG), der militärischen Sparte der traditionsreichen Bremer Werft, einschließlich aller Tochtergesellschaften, bekannt gegeben.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden und soll Anfang 2026 formell abgeschlossen werden. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.
Erweiterung in den Marinesektor
Durch die Übernahme erweitert Rheinmetall sein Portfolio auf den militärischen Schiffbau und festigt seine Position als führender Anbieter von Verteidigungstechnologie in Deutschland und Europa.
„Wir schaffen eine Seemacht in Deutschland. Künftig werden wir an Land, auf dem Wasser, in der Luft und im Weltraum ein relevanter Akteur sein. Rheinmetall entwickelt sich zu einem domänenübergreifenden Systemhaus“, erklärte CEO Armin Papperger.
Friedrich Lürßen, geschäftsführender Gesellschafter der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG, betonte, dass die Partnerschaft Kontinuität und Stabilität für NVL und deren Mitarbeitende sichere:
„Wir haben in Rheinmetall einen verlässlichen und starken Partner gefunden, der eine erfolgreiche Zukunft für NVL und ihre Belegschaft gewährleisten kann.“
Strategische Bedeutung
Die Übernahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach maritimen militärischen Fähigkeiten infolge zunehmender globaler Konflikte und wachsender Verteidigungsetats steigt.
Laut Papperger wird die Fusion vollständige Lösungen aus einer Hand ermöglichen:
„Wir wollen integrierte Systeme aus einer Quelle liefern: Schiffsabwehrraketen und -werfer, Kanonen, Flugabwehr, Sensoren und Gefechtsführungssysteme. Diese Konsolidierung stärkt die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und seiner NATO-Partner.“
Die Stärke von NVL
Mit über 150 Jahren Geschichte beschäftigt NVL rund 2.100 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro. In seinen vier deutschen Werften (Wolgast, Hamburg und Wilhelmshaven) wurden über 1.000 Militärschiffe gebaut und an mehr als 50 Marinen und Küstenwachen weltweit ausgeliefert.
NVL gilt als Pionier bei autonomen maritimen Systemen und ist zudem auf langfristige Wartung und Unterstützung von Flotten spezialisiert.
Die Lürssen-Werft im Zweiten Weltkrieg

Die Lürssen-Werft (damals einfach Lürssen-Werft genannt), gegründet 1875 in Bremen, spielte im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle. Das Unternehmen erlangte Bekanntheit durch den Bau der berühmten Schnellboote (S-Boote) – schnelle Torpedoboote, die von der Kriegsmarine eingesetzt wurden.
Diese Boote, von den Alliierten als „E-Boote“ bezeichnet, wurden zu einer der wichtigsten Angriffswaffen der deutschen Marine im Krieg.
Sie waren schnell, stark bewaffnet und hatten eine große Reichweite. Sie wurden für Angriffe auf alliierte Konvois im Ärmelkanal, in der Nordsee und im Mittelmeer eingesetzt.
Die S-Boote konnten Torpedos abfeuern und sich dank ihrer hohen Wendigkeit rasch zurückziehen. Sie waren besonders effektiv gegen Handelsschiffe und Begleitfahrzeuge.
Während des Krieges erhöhte die Bremer Werft ihre militärische Produktion erheblich und passte sich den Anforderungen des totalen Krieges an. Neben den Torpedobooten war Lürssen auch in Wartung und Reparatur von Marineschiffen involviert.
Nach Kriegsende wurde die Werft durch alliierte Bombardierungen beschädigt und unterlag den Produktionsbeschränkungen der Siegermächte. Dennoch bildete das in dieser Zeit erworbene Fachwissen die Grundlage für den Wiederaufbau von Lürssen in der Nachkriegszeit und für den späteren internationalen Erfolg.
Quelle und Bilder: Rheinmetall | NVL. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.
