
Der NK-33-Motor ist eines der emblematischsten Kapitel der sowjetischen Ingenieurskunst und der Geschichte des Wettlaufs ins All.
In strengster Geheimhaltung entwickelt, um das sowjetische Mondprogramm anzutreiben, überstand das Triebwerk nicht nur die Einstellung der Mission, sondern kehrte Jahrzehnte später in einer neuen Phase der russischen Raumfahrtindustrie wieder in den Einsatz zurück.
Anfang der 1960er-Jahre arbeitete die Sowjetunion an einem ehrgeizigen Plan, einen bemannten Flug zum Mond durchzuführen. Dafür war die Entwicklung der superschweren Rakete N-1 erforderlich, und die Verantwortung für die Triebwerke lag beim Konstruktionsbüro von Nikolai Kusnezow in Kuibyschew, dem heutigen Samara. Heute gehört die Struktur zu UEC-Kuznetsov, einem Unternehmen der United Engine Corporation, das zu Rostec gehört.
Das Projekt wurde unter strenger Geheimhaltung vorangetrieben. Historischen Berichten zufolge besuchte sogar Sergei Koroljow, die zentrale Figur des sowjetischen Raumfahrtprogramms, Kuibyschew unter dem Namen „Sergeev“, um die Entwicklung des Triebwerks persönlich zu verfolgen. Die Anforderungen waren klar: ein System mit geringem Gewicht, hoher Leistung und maximaler Zuverlässigkeit zu schaffen.
Zwischen 1969 und 1972 entwickelte das von Kusnezow geleitete Team den NK-33, ein Raketentriebwerk mit flüssigem Treibstoff und einer nominalen Schubkraft von 154 Tonnen. In Tests übertraf die Leistung jedoch die ursprünglichen Ziele und erreichte Werte von über 200 Tonnen Schub.
Die Tests des NK-33 zeichneten sich durch ihr hohes Anspruchsniveau aus. Den veröffentlichten Informationen zufolge wurde das Triebwerk extremen Prüfungen unterzogen, darunter das Einführen von Metallfragmenten, Muttern, Schrauben und sogar Stoffstücken während des Betriebs. Dennoch kam es zu keinen katastrophalen Ausfällen. In einem weiteren harten Verfahren, bekannt als „Guillotine“, wurde die Treibstoffleitung während des Betriebs abrupt durchtrennt. Anstatt zu explodieren, zeigte das System eine kontrollierte Abschaltung.

Die Testergebnisse erklären den Ruf des NK-33. Zwischen Dezember 1969 und Januar 1977 wurden 191 Triebwerke getestet, mit 469 Zündungen und insgesamt 44.393 Sekunden Betriebszeit. Die angegebene Zuverlässigkeit lag bei 99,94 %.
Der NK-33 ging auch in die Geschichte ein, da er als erstes Triebwerk seiner Klasse mit einem geschlossenen Sauerstoff-Kerosin-Kreislauf für Mehrfachverwendung ausgelegt war. Dieses Maß an technischer Raffinesse trug dazu bei, seinen Ruf als ein Projekt weit seiner Zeit voraus zu festigen.
Dennoch wurde das sowjetische Mondprogramm 1974 eingestellt. Mit dem Ende der Initiative erhielt Kusnezow den Befehl, alle NK-33-Exemplare zu zerstören und seine Bemühungen auf die Luftfahrt zu verlagern. Laut der Ingenieurin Vera Danilchenko war dies einer der schwierigsten Momente im Leben des Konstrukteurs.
Doch die Geschichte nahm eine andere Wendung. Anstatt den Befehl vollständig auszuführen, wurden Dutzende von Triebwerken heimlich bewahrt und hinter einer falschen Wand auf dem Testgelände in der Region Samara versteckt. Diese auf eigenes Risiko getroffene Entscheidung sollte das Schicksal des NK-33 verändern.
Erst 1991 wurde das Triebwerk der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt, auf der Ausstellung „Zu den Sternen“ in Moskau. Die Enthüllung sorgte für große Aufmerksamkeit unter ausländischen Experten, die von den technischen Eigenschaften eines Jahrzehnte zuvor entwickelten Projekts überrascht waren.
Jahre später kehrte das Triebwerk in den Einsatz zurück. Im Jahr 2010 begann UEC-Kuznetsov in Zusammenarbeit mit RKC Progress mit der Anpassung des NK-33 für die Rakete Sojus-2.1v. Die modernisierte Variante erhielt die Bezeichnung NK-33A.
Der erste Start in dieser neuen Phase erfolgte im Dezember 2013. Am 2. Februar 2025 wurde bereits der 13. erfolgreiche Start der Sojus-2.1v-Rakete mit NK-33A registriert, laut Angaben der russischen Industrie.
Die Geschichte des NK-33 vereint seltene Elemente: technologische Innovation, militärische Geheimhaltung, persönliche Entscheidungen und historisches Überleben. Ursprünglich entwickelt, um sowjetische Kosmonauten zum Mond zu bringen, überdauerte das Triebwerk Jahrzehnte und fand schließlich eine neue Rolle im modernen Zeitalter der russischen Raumfahrt.
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Quelle und Bilder: ОДК, Telegram @uecrus_official. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und von der Redaktion überprüft.
