
Mercedes-Benz erklärte, offen für die Möglichkeit zu sein, militärische Ausrüstung zu produzieren und seine Präsenz im Verteidigungssektor auszubauen, während die militärischen Investitionen in Europa zunehmen.
Die Information wurde vom Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, Ola Källenius, bestätigt. Gegenüber dem The Wall Street Journal erklärte er, dass der Automobilhersteller bereit sei, in die Verteidigungsbranche einzusteigen, sofern dies „wirtschaftlich tragfähig“ für das Unternehmen sei.
Die Aussage erfolgt zu einem Zeitpunkt starken Wachstums der europäischen Rüstungsindustrie, angetrieben durch steigende NATO-Ausgaben und die Folgen des Krieges in der Ukraine. Mehrere traditionelle Automobilhersteller prüfen derzeit Chancen in diesem Bereich angesichts der Abschwächung des Automobilmarktes und der zunehmenden Konkurrenz aus China.
Obwohl Mercedes noch keine konkreten Projekte angekündigt hat, verfügt das Unternehmen bereits über Erfahrung im militärischen Bereich. Der Konzern produziert die schweren Zetros-Lastwagen, die von Streitkräften genutzt werden, und bietet außerdem militärische Varianten der G-Klasse für verschiedene Länder an.

Darüber hinaus arbeitet Mercedes mit Rheinmetall bei der Entwicklung des Militärfahrzeugs Caracal zusammen, das von Spezialeinheiten aus Deutschland, den Niederlanden und der Ukraine eingesetzt wird. Das Modell basiert auf Technologien des deutschen Herstellers und wurde für luftgestützte Operationen sowie hochmobile Einsätze entwickelt.

Auch andere europäische Automobilhersteller zeigen Interesse am Verteidigungssektor. Volkswagen untersucht beispielsweise die Möglichkeit, einen Teil seiner Produktion auf Militärfahrzeuge umzustellen, während der französische Hersteller Renault Projekte im Zusammenhang mit der Produktion von Drohnen und militärischer Logistikausrüstung analysiert.
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