Das neue Qantas-Flugzeug flog 19 Stunden nonstop nach Australien

Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas
Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas

Versuchsflugzeug fliegt während der Zertifizierung des Project Sunrise von Toulouse nach Melbourne

Der für Qantas entwickelte Airbus A350-1000ULR ist erstmals in Australien gelandet, nachdem er einen Nonstopflug zwischen Toulouse in Frankreich und Melbourne absolviert hatte.

Die Reise dauerte 19 Stunden und 12 Minuten und ist Teil der Testkampagne, die für die Zertifizierung der Version mit vergrößerter Reichweite des größten Modells der A350-Familie erforderlich ist. Das Flugzeug mit der Seriennummer MSN 707 und der vorläufigen Registrierung F-WULR legte rund 17.000 Kilometer ohne Zwischenlandung zurück.

Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas
Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas

Passagiere befanden sich nicht an Bord. Der Flug wurde von Testpiloten und Ingenieuren von Airbus durchgeführt, die das Verhalten der Flugzeugsysteme unter Bedingungen überwachten, die den geplanten künftigen Ultralangstreckenflügen nahekommen.

Die Reise diente nicht nur als Demonstration der Reichweite, sondern auch zur Erfassung von Daten über den Treibstoffverbrauch, das Tankmanagement, die Druckregelung, die Kabinentemperatur und die Leistung der speziell für Flüge mit einer möglichen Dauer von bis zu 22 Stunden installierten Ausrüstung.

Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas
Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas

Der wichtigste technische Unterschied des A350-1000ULR ist ein zusätzlicher hinterer Mitteltank mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Litern. Die in die Flugzeugstruktur integrierte Komponente erhöht die Reichweite gegenüber dem herkömmlichen A350-1000 um rund 1.000 Seemeilen oder etwa 1.850 Kilometer. Die Änderung erfordert Anpassungen am System zur Übertragung und Steuerung des Treibstoffs sowie neue Sensoren, Pumpen und Bedienelemente. Während der Zertifizierungskampagne werden mehr als 1.000 Sensoren eingesetzt, um Parameter wie Durchfluss, Druck, Temperatur und Sauerstoffkonzentration in den Tanks aufzuzeichnen.

Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas
Airbus A350-1000ULR. Foto: Airbus

Airbus untersucht außerdem ein neues Kühlsystem für die Bordküchen und die Temperaturregelung der Kabine. Diese Systeme gewinnen auf derart langen Flügen an Bedeutung, bei denen sich Ausrüstung, Lebensmittel, Passagiere und Besatzungsmitglieder fast einen ganzen Tag lang im Flugzeug befinden. Die Konfiguration räumt dem Platzangebot Priorität ein, reduziert jedoch die Kapazität.

Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas
Airbus A350-1000ULR. Foto: Qantas

Qantas hat zwölf A350-1000ULR für das Project Sunrise bestellt. Jedes Flugzeug wird lediglich 238 Sitzplätze in vier Klassen haben. Damit handelt es sich um die bislang niedrigste angekündigte Sitzplatzdichte eines Airbus A350 im kommerziellen Betrieb.

Die Konfiguration umfasst sechs First-Class-Suiten, 52 Sitze in der Business Class, 40 Sitze in der Premium Economy und 140 Sitze in der Economy Class. Die Kabine erhält außerdem einen speziellen Bereich zum Dehnen, zur Flüssigkeitsaufnahme und für kurze Pausen während der Reise. Die Verringerung der Sitzplatzanzahl ist nicht nur eine auf Komfort ausgerichtete Entscheidung. Sie trägt auch dazu bei, das Gewicht des Flugzeugs zu begrenzen und Platz für Treibstoff, Gepäck, Verpflegung und Ruhebereiche der Besatzung zu schaffen. Andererseits wird der Betrieb dadurch stärker von Passagieren abhängig, die bereit sind, höhere Ticketpreise zu zahlen, insbesondere in den Premiumkabinen.

Das Projekt beseitigt daher nicht die wirtschaftlichen Herausforderungen von Ultralangstreckenflügen. Obwohl eine Nonstopverbindung die gesamte Reisezeit um bis zu vier Stunden verkürzen könnte, muss die Fluggesellschaft Treibstoffverbrauch, Frachtkapazität, Besatzungskosten und Ticketpreise miteinander in Einklang bringen.

Die Landung bedeutet noch nicht den Beginn des Flugbetriebs

Bei dem in Melbourne eingetroffenen Flugzeug handelt es sich um ein Serienflugzeug, das Airbus vorübergehend für die Testkampagne nutzt. Nach Abschluss des Programms wird die MSN 707 für die von Qantas gewählte kommerzielle Konfiguration umgerüstet.

Obwohl es sich um den ersten gebauten A350-1000ULR handelt, wird dieses Flugzeug nicht als erstes Exemplar an die australische Fluggesellschaft ausgeliefert. Diese Rolle übernimmt ein zweites Flugzeug mit dem Namen Vega, das sich derzeit in der Montage und Kabinenausstattung befindet. Die Auslieferung ist für April 2027 vorgesehen. Qantas plant, im Oktober 2027 tägliche Nonstopflüge zwischen Sydney und London aufzunehmen. Der Ticketverkauf soll voraussichtlich im Februar desselben Jahres beginnen. Die direkte Verbindung zwischen Sydney und New York soll später eröffnet werden, besitzt bislang jedoch noch keinen offiziellen Starttermin. Die Landung in Melbourne ist ein konkreter Fortschritt für das Project Sunrise, bedeutet aber noch nicht, dass das Modell bereits für die Beförderung von Passagieren bereit ist.

Zuvor muss der A350-1000ULR seine Tests abschließen, die behördlichen Zulassungen erhalten und nachweisen, dass die vorgenommenen Änderungen im wiederholten kommerziellen Betrieb zuverlässig funktionieren — eine deutlich komplexere Anforderung als die Durchführung eines einzelnen Langstreckenflugs.

Quelle und Bilder: Qantas | Airbus. Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und von der Redaktion überprüft.

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