
Die Neustrashimy führte 30 Minuten lang Übungsschüsse in internationalen Gewässern südlich von Plymouth durch und wurde dabei vom Patrouillenschiff HMS Tyne überwacht
Die russische Fregatte Neustrashimy führte nahe der Südküste Englands eine Artillerieübung mit scharfer Munition durch. Das Gebiet lag etwa 40 Seemeilen — rund 74 Kilometer — südlich von Plymouth. Die Aktivität fand am Montag, dem 20. Juli, statt, während das Schiff von der britischen Royal Navy aus nächster Nähe begleitet wurde.
Vor Beginn der Schießübung informierte die russische Besatzung das Patrouillenschiff HMS Tyne über ihre Absichten und forderte das britische Schiff auf, sich in eine als sicher geltende Position zurückzuziehen. Die Tyne änderte ihre Position, beobachtete jedoch weiterhin die gesamte Aktivität, die etwa 30 Minuten dauerte. Berichten zufolge nahm auch ein französisches Militärflugzeug Funkkontakt mit der Fregatte auf, um die geplanten Verfahren zu klären.
Trotz der Nähe zur britischen Küste fand die Übung in internationalen Gewässern statt. In solchen Situationen dürfen Militärschiffe Übungen durchführen, sofern sie nahe gelegene Einheiten informieren, eine Sicherheitszone einrichten und Maßnahmen zur Verringerung der Risiken für die Schifffahrt ergreifen. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums wurden die vorgeschriebenen maritimen Verfahren eingehalten, und es gab keine Hinweise auf eine offensive Handlung gegen britisches Hoheitsgebiet oder britische Schiffe.
Dennoch erregte die Wahl eines Gebiets nahe einer der verkehrsreichsten Schifffahrtsrouten Europas die Aufmerksamkeit der britischen Behörden. Übungen dieser Art werden üblicherweise mit größerem Vorlauf geplant und angekündigt, insbesondere im Ärmelkanal, der täglich von Handelsschiffen, Fähren und Militärschiffen verschiedener Länder befahren wird.
Russische Marinepräsenz in der Region bleibt konstant
Die Neustrashimy traf kürzlich in der Region ein, um die Fregatte Admiral Grigorovich abzulösen, die sich etwa drei Monate lang zwischen dem Ärmelkanal und der Nordsee aufgehalten hatte. Russische Schiffe zeigen regelmäßig Präsenz rund um die Britischen Inseln und begleiten dabei unter anderem Öltanker und andere Schiffe, die von Moskau als strategisch wichtig eingestuft werden.

Diese Bewegungen erfordern, dass die Royal Navy Schiffe in Bereitschaft hält, um die Aktivitäten russischer Einheiten zu identifizieren, zu verfolgen und zu dokumentieren. Die Überwachung bedeutet nicht zwangsläufig ein Abfangen, ermöglicht es den britischen Behörden jedoch, Kursänderungen, Funkverkehr und mögliche Übungen in der Nähe ihrer Interessengebiete zu verfolgen.
Nach der Übung soll die Verantwortung für die Überwachung der Neustrashimy von der HMS Tyne auf die HMS Mersey übertragen worden sein, ein weiteres Patrouillenschiff der River-Klasse. Die russische Fregatte wurde auf östlichem Kurs beobachtet und war möglicherweise auf dem Weg in Richtung Nordsee.
Fregatte wurde in den letzten Jahren der Sowjetunion entwickelt

Die Neustrashimy ist die erste Einheit des Projekts 11540 Yastreb, das in den letzten Jahren der Sowjetunion als Nachfolger der Patrouillenschiffe der Krivak-Klasse entwickelt wurde. Ihr Bau begann 1987 auf der Yantar-Werft in Kaliningrad. Das Schiff lief im darauffolgenden Jahr vom Stapel und wurde 1993 in die Baltische Flotte aufgenommen.
Mit einer Länge von rund 129 Metern und einer Verdrängung von annähernd 4.400 Tonnen bei voller Beladung wurde die Fregatte hauptsächlich für Geleitschutz- und U-Boot-Abwehrmissionen konzipiert. Zu ihrer Ausrüstung gehören ein 100-mm-Schiffsgeschütz, Kurzstrecken-Luftverteidigungssysteme, Torpedorohre, U-Boot-Abwehrwerfer sowie ein Hangar für den Betrieb eines Ka-27-Hubschraubers.
Das Schiff durchlief ab 2014 einen langwierigen Wartungs- und Modernisierungsprozess. Technische Probleme und Verzögerungen verlängerten die Arbeiten um mehrere Jahre, bis es in den regulären Dienst der Baltischen Flotte zurückkehrte. Heute gehört die Neustrashimy zu den ältesten russischen Kampfschiffen, die für Marinepräsenzmissionen im Ärmelkanal eingesetzt werden.
HMS Tyne wird hauptsächlich zur Seeüberwachung eingesetzt
Die HMS Tyne, die während der Übung für die Überwachung zuständig war, ist ein seit 2003 im Dienst stehendes Hochseepatrouillenschiff der River-Klasse. Das Schiff wurde ursprünglich für den Fischereischutz, die maritime Überwachung und Patrouilleneinsätze in britischen Gewässern gebaut, wird inzwischen jedoch regelmäßig zur Beobachtung ausländischer Militärschiffe eingesetzt.

Die Tyne ist kleiner und einfacher ausgestattet als eine Fregatte und wurde nicht für die Konfrontation mit großen Kriegsschiffen entwickelt. Ihre wichtigsten Vorteile liegen in ihrer hohen Einsatzbereitschaft, den vergleichsweise niedrigen Kosten und ihrer Fähigkeit, lange Zeit auf See zu bleiben. Dadurch dient sie als „Augen und Ohren“ der Royal Navy in den Gewässern rund um das Vereinigte Königreich.
Der Vorfall fiel mit einem Regierungswechsel in London zusammen. Am selben Tag trat Keir Starmer vom Amt des Premierministers zurück, und Andy Burnham wurde von König Charles III. offiziell mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Bislang gibt es jedoch keine öffentlichen Beweise dafür, dass der Zeitpunkt der russischen Übung in direktem Zusammenhang mit dem politischen Übergang in Großbritannien stand.
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Quelle: BBC, britisches Verteidigungsministerium und Royal Navy. Bilder: Russisches Verteidigungsministerium — Telegram @mod_russia | Royal Navy. Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und von der Redaktion überprüft.
