Nordkorea stellt neuen Zerstörer Choe Hyon in Dienst und versucht, Seemacht zu demonstrieren

Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA
Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA

Das Mehrzweckschiff wurde nach mehr als einem Jahr Evaluierungen in die Westmeerflotte aufgenommen, wie nordkoreanische Staatsmedien berichten.

Nordkorea hat den Mehrzweckzerstörer Choe Hyon offiziell in Dienst gestellt. Pjöngjang präsentiert das Schiff als neues Symbol für die Modernisierung der Marine des Landes. Die Zeremonie fand am 23. Juni im Hafen von Nampo in Anwesenheit von Kim Jong Un statt, wie die Korean Central News Agency, KCNA, berichtete.

Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA
Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA

Nach Angaben der Staatsmedien durchlief das Schiff 1 Jahr und 2 Monate lang operative Evaluierungen, bevor es in die Marine der Koreanischen Volksarmee aufgenommen wurde. Der offizielle Text nennt Navigations- und Mobilitätstests, militärische Zertifizierungen sowie Schüsse mit Waffensystemen, macht jedoch keine Angaben dazu, welche Waffen getestet wurden. Auch Daten wie Verdrängung, Reichweite, Sensoren oder die Art der an Bord befindlichen Raketen wurden nicht veröffentlicht.

Pjöngjang versucht zu zeigen, dass seine Militärstrategie nicht nur von ballistischen Raketen, Artillerie und Landstreitkräften abhängt. Mit der Indienststellung eines größeren Zerstörers signalisiert Nordkorea die Absicht, seine Präsenz auf See auszubauen, insbesondere in der sogenannten Westmeerflotte, einem sensiblen Gebiet wegen der Nähe zu Südkorea und strategisch wichtiger Seewege.

Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA
Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA

Das Schiff fällt durch die auf den Rumpf gemalte Nummer 51, den geneigten Bug, den kantigen Aufbau und den mit Radaren, Antennen und Sensoren bestückten Mast auf. Die geraden Linien und geneigten Flächen deuten auf den Versuch hin, die Radarsignatur zu verringern. Allein anhand der Bilder lässt sich jedoch nicht bestimmen, wie hoch der tatsächliche Tarnkappengrad des Schiffs ist.

In der offiziellen Rede wurde die Choe Hyon als erster großer Zerstörer der maritimen „neuen Ära“ Nordkoreas bezeichnet. Solche Formulierungen sind in der Propaganda Pjöngjangs üblich, doch der konkrete Fakt ist relevant: Für eine Marine, die historisch auf kleinere Schiffe, konventionelle U-Boote, Patrouillenboote und küstennahe Mittel gestützt war, bedeutet die Indienststellung eines Mehrzweckzerstörers einen Wandel der Ambitionen.

Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA
Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA

Wichtig ist zu verstehen, dass ein moderner Zerstörer als Mehrrollen-Kampfplattform funktioniert. Er kann für Luftverteidigung, Angriffe auf Seeziele, Geleitschutz, elektronische Kriegsführung, Überwachung und, je nach Konfiguration, für Raketenangriffe auf Landziele eingesetzt werden. Offen bleibt, ob die Choe Hyon über echte Fähigkeiten verfügt, die mit modernen Schiffen anderer Marinen vergleichbar sind, oder ob sie vorerst eher ein politisches und symbolisches Instrument ist.

Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA
Zerstörer Choe Hyon. Foto: KCNA

Nordkorea veröffentlicht in der Regel keine überprüfbaren technischen Spezifikationen seiner neuen Militärsysteme. Deshalb sollten Angaben zu Leistung und Einsatzbereitschaft mit Vorsicht behandelt werden. Dennoch deutet die Indienststellung der Choe Hyon darauf hin, dass Pjöngjang seine Marine zu einem sichtbareren Bestandteil der Abschreckung machen will, in einer Phase anhaltender Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel.

Quelle und Bilder: KCNA / nordkoreanische Staatsmedien. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und von der Redaktion überprüft.

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