Neue Haubitze RCH 155 LORAS mit Reichweite von bis zu 100 km in Schweden getestet

RCH 155 LORAS. Foto: Reproduktion KNDS France
RCH 155 LORAS. Foto: Reproduktion KNDS France

Das deutsche Unternehmen KNDS hat in Schweden die ersten Schießtests des neuen selbstfahrenden Artilleriesystems RCH 155 LORAS (Long Range Artillery System) durchgeführt, einer Langstreckenversion des bereits bekannten RCH 155.

Die Informationen stammen vom ukrainischen Portal Militarnyi. Dem Bericht zufolge fanden die Schüsse am 15. Juni statt und waren Teil der Validierung des Konzepts, das kürzlich auf der Messe Eurosatory 2026 in Paris vorgestellt wurde.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal des LORAS ist seine 155-mm-Kanone mit einem Rohr von 58 Kalibern, länger als der 52-Kaliber-Standard, der von den meisten westlichen Haubitzen verwendet wird. Diese Änderung ermöglicht eine deutliche Erhöhung der Anfangsgeschwindigkeit der Geschosse und damit auch der Schussreichweite.

RCH 155 LORAS. Foto: Reproduktion KNDS France
RCH 155 LORAS. Foto: Reproduktion KNDS France

Laut KNDS soll das System Ziele in einer Entfernung von etwa 60 Kilometern mit konventioneller Munition und zwischen 80 und 100 Kilometern mit gelenkter oder reichweitengesteigerter Munition treffen können.

Das System kombiniert die neue Bewaffnung mit einer Kettenversion des RCH 155 und dessen automatisiertem Turm AGM (Artillery Gun Module), wodurch keine Besatzung im Turm erforderlich ist. Die Feuerrate liegt bei mehr als acht Schuss pro Minute, während das Gefechtsgewicht rund 45 Tonnen beträgt.

RCH 155 LORAS. Foto: Reproduktion KNDS France
RCH 155 LORAS. Foto: Reproduktion KNDS France

Das Ziel von KNDS ist es, eine Lücke zwischen konventionellen Haubitzen und Mehrfachraketenwerfersystemen zu schließen. Derzeit erreichen die meisten 155-mm-Artilleriesysteme der NATO mit Standardmunition zwischen 30 und 40 Kilometer und mit Spezialgeschossen bis zu etwa 60 Kilometer. LORAS soll Fähigkeiten für Angriffe in der Tiefe bieten, ohne den bereits von den Armeen des Bündnisses genutzten Munitionsstandard aufzugeben.

Das RCH 155 gilt bereits als eines der fortschrittlichsten Artilleriesysteme Europas und zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad sowie die Fähigkeit aus, auch während der Fahrt zu feuern. Die Ukraine wurde zum ersten Betreiber des ursprünglichen Systems, während Deutschland und das Vereinigte Königreich ebenfalls laufende Bestellungen haben.

Fotos: Reproduktion / Militarnyi. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und von der Redaktion geprüft.

Back to top